Erfahrungsbericht

„Der Gewinn an Lebensqualität ist immens“

Portrait Melanie Ostermaier - danke Liberty² brillenfrei
Melanie Ostermaier
Alter

44

Beruf

Selbstständig

Diagnose

Alterssichtigkeit (Presbyopie)

Co-Diagnose

Kurzsichtigkeit (Myopie), Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)

Hobbys

Westernreiten

„Nachdem ich wegen meiner Kurzsichtigkeit einige Jahre lang Kontaktlinsen getragen hatte, setzte bei mir mit Mitte 30 die Alterssichtigkeit ein. Daher war ich schon sehr früh auf eine Gleitsichtbrille angewiesen, die zu starken Einschränkungen im Alltag führte. Vor allem bei der Arbeit auf unserer Westernpferderanch, auf der ich mit meinem Mann und meinem Sohn lebe, machte mir die Sehhilfe zu schaffen. Ich entschied mich dafür, die Sehschwäche operativ korrigieren zu lassen, um mir meinen Wunsch nach Brillenunabhängigkeit zu erfüllen. Dr. Christoph Binder implantierte mir dann das Zweilinsensystem Liberty², das mir zu einem weitgehend brillenfreien Leben verhalf. Dieser Schritt hat mir einen enormen Zuwachs an Lebensqualität gebracht. Ich bin überglücklich mit dem Ergebnis.“

„Die Brille war für mich ein permanentes Ärgernis“, sagt Melanie Ostermaier, als sie an die vergangenen Jahre zurückdenkt. Immer wieder seien die Gläser ihrer Sehhilfe verstaubt, verkratzt, verschmiert oder beschlagen gewesen und hätten daher für enorme Einschränkungen im Alltag gesorgt. Dabei sind Flexibilität, Reaktionsfähigkeit und gute Sicht an ihrem Arbeitsort von großer Bedeutung: Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt die 44-Jährige einen Trainingsstall für Westernpferde im bayerischen Kirchdorf. Sowohl auf der Reitanlage als auch im Stall wurde sie letztlich durch ihre Gleitsichtbrille ausgebremst – und das schon in jungen Jahren. „Immer wieder habe ich mir gewünscht, die Brille endlich loszuwerden.“

Staub und Kratzer auf dem Brillenglas

Das Problem: Zum Westernreiten wird sehr feiner Sand benötigt, der aufgewirbelt wird und sich auf die Brillengläser legt. „Nach dem Drüberwischen waren die Gläser dann oft verkratzt. Das war sehr unangenehm.“ Immer wenn sie an Turnieren teilnahm, bereitete ihr neben der schlechten Sicht auch die Kombination von Cowboyhut und Sehhilfe Probleme, da die Brillenbügel durch den Druck der Kopfbedeckung Schmerzen verursachten. Beim Bürsten der Tiere sei es außerdem hin und wieder zu schmerzhaften Zusammenstößen gekommen.

Die Pferde waren aber nicht die einzigen Vierbeiner, die ihr die Nachteile einer Brille immer wieder vor Augen führten. Melanie Ostermaier züchtet auf der Ranch auch Toy-Australian-Shepherd-Welpen, die sich von ihrer Sehhilfe nicht beeindrucken lassen: „Früher haben mir die Kleinen oft die Brille beschlabbert. Dann habe ich noch weniger gesehen“, sagt Ostermaier mit einem Lächeln.

Kurzsichtigkeit durch Kontaktlinsen korrigiert

Dabei hatte sie sich anfangs mit ihrer Sehschwäche noch gut arrangiert. „Viele Jahre lang waren meine Dioptrienwerte sehr niedrig. Das war nicht der Rede wert“, erinnert sich die 44-Jährige. „Erst mit Ende 20 habe ich eine deutliche Verschlechterung meiner Augen festgestellt. Als ich bemerkte, dass ich beim Autofahren die Nummernschilder der vor mir fahrenden Autos nicht mehr richtig lesen konnte, war mir klar: Jetzt muss etwas passieren.“ Ein Sehtest ergab, dass Sie unter Kurzsichtigkeit (Myopie) und unter einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) litt. Melanie Ostermaier entschied sich dafür, die Sehschwäche mithilfe von Kontaktlinsen zu korrigieren.

„Diese habe ich viele Jahre problemlos getragen, bis ich im Jahr 2012 gemerkt habe, dass sich auch die Nahsicht zunehmend verschlechterte. Aufgefallen ist mir das beispielsweise beim Fingernägelschneiden oder bei der Nutzung des Smartphones“, berichtet sie. Viele Beschäftigungen des täglichen Lebens seien irgendwann nur noch mit großer Anstrengung möglich gewesen. Ein Besuch beim Optiker zeigte, dass bei ihr die Alterssichtigkeit (Presbyopie) eingesetzt hatte.

Mit dem Begriff bezeichnen Mediziner einen natürlichen Alterungsprozess, bei dem die Augenlinse ihre Anpassungsfähigkeit verliert. Die Fähigkeit des Auges, in der Nähe und in der mittleren Distanz zu sehen, lässt in der Folge kontinuierlich nach. In der Regel macht sich die Alterssichtigkeit jedoch erst ab dem 45. Lebensjahr bemerkbar. Dass die Presbyopie – wie im Fall von Melanie Ostermaier – bei vorliegender Kurzsichtigkeit bereits mit Mitte 30 einsetzt, ist hingegen selten. Umso größer ist der Leidensdruck, wenn der aktive Lebensstil der Betroffenen durch die doppelte Sichteinschränkung beeinträchtigt wird.

Zunehmende Verschlechterung der Nahsicht

„Da ich von diesem Zeitpunkt an sowohl in der Ferne als auch in der Nähe nicht mehr scharf sehen konnte, bin ich mit den Kontaktlinsen leider nicht mehr zurechtgekommen“, sagt Melanie Ostermaier. „Mir blieb nichts anderes übrig, als eine Gleitsichtbrille zu tragen, die mich im Alltag allerdings stark beeinträchtigt hat. An diesen ständigen Wechsel von Nah- und Fernsicht konnte ich mich nicht gewöhnen.“ In jeder Alltagssituation habe sie immer wieder den richtigen Sichtkanal suchen müssen. „Das hat einfach genervt.“ 

Zwischenzeitlich habe sie Gleitsichtkontaktlinsen ausprobiert, die aber ebenfalls keine Erleichterung bringen konnten. „Mehrfach habe ich mich mit dem Gedanken an eine Operation auseinandergesetzt, weil ich nicht mehr von der Brille abhängig sein wollte. Vor einigen Jahren habe ich mich diesbezüglich sogar von einem Augenarzt beraten lassen. Er konnte mich aber letztlich nicht überzeugen. Nach dem Gespräch war ich skeptisch und habe die Idee zunächst wieder verworfen.“ Der Wunsch nach Brillenunabhängigkeit sei aber weiterhin immens groß gewesen.  

Einige Monate später lernte sie schließlich Dr. Christoph Binder kennen. Der Facharzt für Augenheilkunde und leitende Arzt der Schwarzwald-Augenklinik in Schramberg besuchte privat die Ranch und kam mit Melanie Ostermaier ins Gespräch. „Er erklärte mir, was man in meiner Situation tun könne und ich hatte sofort ein sehr, sehr gutes Gefühl“, erinnert sich die 44-Jährige. „So ist die Sache ins Rollen gekommen.“

Implantation des Zweilinsensystems Liberty² 

Sie fuhr in die Schwarzwald-Augenklinik zu einer Voruntersuchung und ließ sich umfassend beraten. „Ich hatte großes Vertrauen in Dr. Binder und habe mich dann für die Operation entschieden.“ Im Juli 2020 konnte schließlich das erste Auge mit dem Zweilinsensystem Liberty² versorgt werden. Bei dem Eingriff handelte es sich um eine sogenannte Clear Lens Extraction (CLE), bei der die funktionseingeschränkte natürliche Augenlinse durch eine Kunstlinse für die Fernsicht ersetzt wurde. Außerdem implantierte Dr. Binder zusätzlich eine multifokale AddOn-Linse für das Sehen in der Nähe und in der mittleren Distanz vor die erste Linse. Durch die Kombination der beiden Linsenoptiken lässt sich scharfe Sicht in alle Entfernungen erreichen.

Hinzu kommt, dass das Zweilinsensystem reversibel ist – ein Vorteil, der besonders bei jungen Patienten wie Melanie Ostermeier zum Tragen kommt. Sollte sich die Sehschärfe im Laufe des Lebens noch einmal verändern, kann die AddOn-Linse problemlos entfernt und durch ein Exemplar ersetzt werden, das auf veränderte Bedürfnisse eingestellt ist. Das heißt, der Arzt hat die Möglichkeit, bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt nachzujustieren. So wird eine dauerhafte Brillenunabhängigkeit sichergestellt.

Während und nach der Operation schmerzfrei

„Vor dem ersten Eingriff war ich noch ein bisschen nervös, aber Angst hatte ich zu keiner Zeit, da ich mich in der Schwarzwald-Augenklinik hervorragend aufgehoben fühlte. Alles war super organisiert“, erzählt Melanie Ostermaier. Vor der Operation habe sie eine Narkose erhalten und daher beim Eingriff nichts gespürt. Anschließend wurde das Auge mit einem Verband geschützt, der aber schon am nächsten Tag wieder entfernt werden konnte. „Mit dem operierten Auge konnte ich sofort alles scharf sehen. Allerdings war der Unterschied zum anderen Auge nun riesig. Das machte die Situation etwas unangenehm.“ Daher sei sie sehr froh gewesen, dass das zweite Auge bereits am folgenden Tag mit Liberty² versorgt werden konnte. „Ich war nicht mehr nervös, da ich ja nun wusste, was auf mich zukommt“, berichtet Melanie Ostermaier. Dieses Mal sei sie während der OP ansprechbar gewesen und habe sich mit dem Arzt unterhalten können. „Schmerzen hatte ich aber zu keiner Zeit – nicht während und auch nicht nach der OP.“

Am nächsten Tag folgte die Abnahme des Verbandes und eine Kontrolluntersuchung. Schon zu diesem Zeitpunkt sei die Sicht in alle Entfernungen hervorragend gewesen. „Es ist unglaublich, wie schnell sich das Ergebnis einstellt.“

„Zu 98 Prozent brillenfrei“

Ihr Leben habe sich von diesem Moment an enorm verändert: „Früher ging der erste Griff morgens nach dem Aufstehen zur Brille, heute bin ich zu 98 Prozent brillenfrei. Das ist ein völlig neues Lebensgefühl.“ Nun müsse sie nicht mehr mit der Gleitsichtbrille hantieren oder sich über beschlagene und zerkratzte Gläser ärgern. „Ich kann das Westernreiten endlich wieder voll und ganz genießen. Und auch die tägliche Arbeit im Stall macht viel mehr Spaß, da ich mir keine Gedanken mehr um die Position der Brille und deren Bügel machen muss.“ Zudem bringe die weitgehende Brillenfreiheit Erleichterung in zahlreichen Alltagssituationen: „Endlich kann ich Sonnenbrillen ohne Sehstärke tragen, mir ohne modische Bedenken bei der Arbeit im Stall meine Baseballkappe aufsetzen und mich schminken, ohne mir über die Brillenbügel Gedanken zu machen.“

Am Anfang konnte sie noch eine hohe Lichtempfindlichkeit feststellen, die sich mittlerweile aber gelegt habe. Außerdem habe sie das Sehen in der Nähe nach der OP ein wenig üben müssen, da sich das Gehirn zuerst an die gute Sicht gewöhnen musste. „Mittlerweile brauche ich die Brille nur noch bei extremer Nahsicht, die zum Beispiel beim Fingernägelschneiden notwendig ist. Darauf hat mich Dr. Binder aber schon vor der Operation hingewiesen“, berichtet die Patientin. „Das stört mich nicht. Der Gewinn an Lebensqualität ist schließlich immens.“

Verbesserte Lebensqualität

Rückblickend kann Melanie Ostermaier ihrer frühen Alterssichtigkeit sogar etwas Positives abgewinnen: „Wenn ich weiterhin meine Kontaktlinsen hätte tragen können, hätte ich mich wahrscheinlich gar nicht mit dem Gedanken an eine Operation beschäftigt und ich wäre nicht in den Genuss eines weitgehend sehhilfefreien Lebens gekommen. Deshalb bin ich irgendwie froh, dass es so gelaufen ist“, verrät sie. „Die Lebensqualität hat sich in unbeschreiblicher Weise verbessert. Aus diesem Grund würde ich es immer wieder so machen.“