Erfahrungsbericht

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Norbert Barschke
Alter

62

Beruf

Elektroingenieur in Automatisierungstechnik

Diagnose

extremer Astigmatismus, nach Hornhauttransplantation einäugig, nach Unfall vorübergehend blind

Hobbys

Familie, Technik

„Aus gesundheitlichen Gründen musste mir eine neue Hornhaut ins rechte Auge transplantiert werden. Daraufhin trübte sich die Augenlinse ein, ich nahm mit ihr nur noch Hell- Dunkelkontraste wahr. Während des Ausheilens, dem ein Linsenaustausch folgen sollte, verlor ich auf der linken Seite durch einen Unfall unwiederbringlich das Augenlicht. Wochenlang war ich blind. Dank einer torischen Kunstlinse von 1stQ sowie dem außerordentlichen Einsatz einer Chirurgin und eines engagierten 1stQ-Linsenspezialisten hat mein rechtes Auge jetzt wieder nahezu 100 Prozent Sehkraft – und ich kann wieder ein normales Leben führen!“

Mit eingeschränkter Sehfähigkeit musste sich Norbert Barschke schon vergleichsweise früh auseinandersetzen. Während andere Menschen mit Eintritt in die vierte Lebensdekade nach und nach mit Alterssichtigkeit, grauem Star oder beidem zu tun haben, musste er sich mit Anfang 50 einer Hornhauttransplantation am rechten Auge unterziehen. „Das war eine Entwicklung von mehreren Jahrzehnten“, schildert Norbert Barschke.

Sehkraftverlust über Jahrzehnte

Mit 17 Jahren fingen die Sehschwierigkeiten an, der damals junge Erwachsene bekam eine Brille, einige Jahre später musste er auf harte Kontaktlinsen umsteigen – leider auch keine Dauerlösung. „Die Linsen haben irgendwann Entzündungen verursacht. Als ich deswegen ins Krankenhaus musste, sagte man mir, ich solle mich mittelfristig mit einer Hornhauttransplantation auseinandersetzen.“ Diese ließ der Ingenieur aus Much im Rhein-Sieg-Kreis im Frühjahr 2010 in der Augenklinik Köln-Merheim durchführen. „Ich konnte so schlecht sehen, dass es nur noch besser werden konnte“, begründet er seine damalige Gelassenheit vor dem Eingriff. „Ein bisschen Angst ist normal, aber in erster Linie konnte ich es kaum erwarten. Zudem war ich fasziniert davon, wie ruhig, systematisch und routiniert die Ärzte an so etwas herangehen. Ich habe großes Vertrauen in die Chirurgen. Jede Bewegung bei der OP ist im Mikroskop ja 40-mal größer als im Auge selbst.“

Unfall zerstörte die Netzhaut

Während des üblichen Ausheil-Prozesses des operierten Auges trübte sich die Augenlinse ein, wie Norbert Barschke berichtet. Ihm stand ein neuer Eingriff bevor: Die Linse sollte ausgetauscht werden. „Das operiert man aber erst, wenn die transplantierte Hornhaut richtig eingewachsen ist. In dieser Zeit war mein linkes Auge das einzige, mit dem ich sehen konnte.“ Bis der Schicksalstag kam: Am 20. Januar 2012 verletzte Norbert Barschke während der Arbeit versehentlich sein linkes Auge an einem Wandhaken so schwer bis an die Netzhaut, dass er seine Sehkraft ganz verlor. „Mein rechtes, operiertes Auge war noch in Behandlung und nicht wieder sehfähig, mein linkes war so stark verletzt – nur den Augapfel konnte der Notarzt noch retten.“ Mehr als Hell-Dunkel-Unterschiede konnte Norbert Barschke nicht mehr wahrnehmen. „Ich war blind. Zweieinhalb Monate lang.“ Wie durch ein Kaleidoskop habe er seine Umwelt wahrgenommen, war auf einmal hilflos, nicht mehr in der Lage, die einfachsten Dinge zu erledigen. „Das Schlimmste war für mich, dass ich nicht mehr für meine Familie da sein konnte und mir helfen lassen musste.“

Verbliebenes Augenlicht hing am seidenen Faden

Der einzige Ausweg aus diesem Extremzustand war, das verbliebene Potenzial des rechten Auges so gut wie nur möglich auszuschöpfen, um dem damals 54-Jährigen zumindest einen Teil seiner Sehkraft zurückzugeben. Der Plan war der gleiche, der nach der Hornhauttransplantation gefasst worden war: der Einsatz einer torischen Linse. Über eine Empfehlung seines Gummersbacher Augenarztes knüpfte Norbert Barschke Kontakt zu Ekkehard Emmel, einem medizinisch-optischen Spezialisten von 1stQ. Die Operation indes sollte dieselbe Chirurgin der Augenklinik Köln-Merheim durchführen, die Norbert Barschke zwei Jahre zuvor behandelt hatte. „Mein Arzt wollte sicherstellen, dass eine der besten Chirurginnen und der beste Linsenexperte zusammenarbeiten, um mein Augenlicht zu retten. Es hing ja am seidenen Faden.“

Große Hoffnung auf den Erfolg der Linsenoperation

„Bei einer torischen Kunstlinse handelt es sich um eine auf die Werte des Patienten abgestimmte Maßanfertigung“, erklärt Norbert Barschke, der sich selbst ausgiebig mit dem Thema befasst hat. „Die Versorgung des hornhauttransplantierten Auges mit einer torischen Kunstlinse, die im Regelfall eine moderate Hornhautverkrümmung – auch Astigmatismus genannt – ausgleicht, war hier extrem schwierig. Herr Barschke litt an einem extremen Astigmatismus. Der Zylinderwert seines Auges lag bei mehr als 10 Dioptrien“, erinnert sich 1stQ-Spezialist Ekkehard Emmel. „Eine solche Linse herzustellen, ist aufwändig, weil sich das nicht im üblichen Fertigungsprozess bewerkstelligen lässt.“ In der Konsequenz fertigte 1stQ die komplex geformte Linse individuell nach Maß. „Herr Emmel hat die Linsenparameter nicht nur von seinen Kollegen berechnen lassen, sondern auch selbst noch einmal alle Werte haargenau nachgemessen und geprüft. Und vor Ort – während meiner Operation – war er beratend dabei und stellte sicher, dass die Linse exakt auf der richtigen Sehachse im Auge positioniert wurde. Dabei ging es um Hundertstelmillimeter“, berichtet Norbert Barschke, der bis zum heutigen Tag unendlich dankbar ist. Denn die Operation war ein Erfolg. Auf der ganzen Linie.

Schrittweise kehrte die Sehkraft zurück

„In den ersten Tagen nach dem Eingriff musste sich die Hornhaut noch regenerieren, doch nach und nach kam meine Sehkraft tatsächlich wieder zurück“, schildert der 62-Jährige, dem sein enormes Glück noch immer sehr bewusst ist. „Als ich nach der OP das erste Mal den Krankenhausflur durchquert habe, ohne mich an der Wand entlang zu tasten, und mir ganz eigenständig einen Kaffee eingoss – das war ein unglaubliches Gefühl.“ Weitere Freudenmomente folgten: Er erblickte den rot-weißen Leuchtturm auf einem Wandgemälde, war wieder in der Lage, die Musiktitel auf seinem MP3-Player zu lesen. „Ich konnte jeden Tag besser sehen. Es war so schön, wieder Farben wahrzunehmen, ich konnte mich kaum sattsehen.“

Große Dankbarkeit – Tag für Tag

Inzwischen geht der Elektroingenieur wieder seinem Beruf nach, fährt Auto, kann sich wieder vollständig in seinen Alltag und das Familienleben integrieren. Seine Sehkraft auf dem rechten Auge liegt je nach Tagesform zwischen 80 und 100 Prozent, ihm zufolge deutlich über den Sehwerten bei Hornhauttransplantierten. „Jeden Morgen, wenn der Wecker klingelt, mache ich die Augen auf und habe Angst, die Uhr nicht sehen zu können. Aber ich sehe sie. Das ist ein so großes Geschenk.“ Die inzwischen pensionierte Chirurgin und insbesondere Ekkehard Emmel kontaktiert Norbert Barschke seit seiner Schicksalswende einmal im Jahr. „Ich kann ihnen gar nicht genug dafür danken, dass ich durch ihren außerordentlich engagierten Einsatz so viel an Lebensqualität zurückgewonnen habe.“