Einmalinstrumente: Herstellung, CO₂-Fußabdruck und Recycling

18.11.2023 (aktualisiert: 30.09.2026)

Von der Fertigung bis zur Materialverwertung: Der Beitrag beleuchtet die Herstellung der 1stQ Einmalinstrumente, Ergebnisse eines CO₂-Screenings und das Recyclingkonzept.

Einmalgebrauch, viele Fragen: Wer die Umweltaspekte von OP-Instrumenten beurteilen möchte, muss Herstellung, Nutzung und Entsorgung betrachten. Am Beispiel der 1stQ Einmalinstrumente geht dieser Beitrag auf die Fertigung, die Ergebnisse eines CO₂-Screenings und das Konzept zur stofflichen Verwertung ein.

Was genau ist Nachhaltigkeit eigentlich? 

Ein Dauerwitz der Unternehmenswelt lautet: Nachhaltigkeit ist immer genau das, was der Gesetzgeber vorschreibt/verlangt. Darin liegt natürlich mindestens ein Fünkchen Wahrheit, reichen die Nachhaltigkeitsbestrebungen mancher Unternehmen doch nur so weit, wie es fürs Vermeiden von Bußgeldern notwendig ist. Gleichzeitig spiegelt der Spruch jedoch eine tiefergehende Frage wider: Was bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit? Die meisten Menschen assoziieren mit dem Begriff wohl Umwelt- und Klimaschutz, die Senkung des CO2-Fußabdrucks und einen bewussteren Verbrauch von Ressourcen.  

Keine Frage, dabei handelt es sich um unerlässliche Aspekte. Doch für 1stQ ist Nachhaltigkeit noch mehr. Neben der ökologischen spielt auch die soziale Verantwortung eine Rolle – zum Beispiel in Form fairer Arbeitsbedingung und menschenrechtsfreundlicher Wertschöpfungsketten. Ökonomische Nachhaltigkeit ist ebenfalls ein wichtiger Faktor: Sowohl als Wirtschaftsunternehmen als auch als Branchenpartner möchte 1stQ die medizinische Versorgung, die Stabilität des Standorts Deutschland sowie Arbeitsplätze sichern.  

Eine ungewöhnliche Lösung für ein dringendes Problem 

Bei der Bewertung von OP-Instrumenten sind ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen. Daher war es nur konsequent und gewissermaßen eine Frage der Zeit, bis man sich bei 1stQ über die Nachhaltigkeit von OP-Instrumenten Gedanken machte. Die Aufbereitung von Mehrweginstrumenten ist aufwändig und erfordert viel Wasser, Chemikalien und Energie. Der Umfang hängt vom eingesetzten Verfahren ab. Auch werden die Produkte zumeist im Ausland hergestellt, was transportbedingte Emissionen verursacht. Hinzu kommt der erhöhte Personaleinsatz bei Aufgaben wie Erfassung, Kennzeichnung und Kontrolle der Mehrweginstrumente.  

Für Thomas Diehm, seines Zeichens Geschäftsleitung Technik bei 1stQ, war daher schnell klar: Es muss eine nachhaltigere Lösung her. 1stQ setzt bei seinen Einmalinstrumenten auf eine weitgehend automatisierte Fertigung in Deutschland. Im Folgenden werden die Herstellung, der entfallende Wiederaufbereitungsprozess und die untersuchten CO₂-Aspekte betrachtet: 

Was die Untersuchung zum CO₂-Fußabdruck zeigt

Dass die Single-Use-Instrumente ihre Pendants aus Stahl beim Thema Nachhaltigkeit in den Schatten stellen, ist jedoch mehr als eine bloße Behauptung. Gleich zwei Untersuchungen kommen zu dieser Feststellung. So ergab eine nach ISO 14044 durchgeführte Analyse des Schweizer Unternehmens Medacta: Verglichen mit äquivalenten resterilisierbaren Metallinstrumenten erreichen Einmalinstrumente einen neutralen CO2-Fußabdruck. Grund sind unter anderem die beeindruckenden Einsparungen von 435 Litern Wasser pro Operation. Dafür wurden die Einmalinstrumente mit dem CO2-Neutralitätssiegel von Swiss Climate ausgezeichnet.  

Im Auftrag von 1stQ untersuchte das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP den CO₂-Fußabdruck ausgewählter Einmalinstrumente. Verglichen wurden Instrumente mit Metallspitze und Polymergriff mit den untersuchten Vollmetall-Einmalinstrumenten aus Pakistan. Im betrachteten Szenario ergab sich für die 1stQ Instrumente ein niedrigerer CO₂-Fußabdruck. Die Ergebnisse beziehen sich auf die untersuchten Produkte. 

Unsere Vision mit einem Recyclingkonzept

In der Zukunft dürfte sich die Nachhaltigkeit der Single-Use-Instrumente außerdem noch weiter erhöhen. Mit einem innovativen Recyclingkonzept möchte 1stQ nämlich den Gedanken der Kreislaufwirtschaft noch weiter ausbauen und die Einmalinstrumente zur Mehrweglösung machen. Dabei werden die Instrumente zu Regranulat verarbeitet und zur Herstellung neuer Kunststoffprodukte eingesetzt. Aus den Blisterverpackungen sollen Garne für Funktionskleidung und Sportschuhe entstehen. Das Konzept befindet sich zwar momentan noch in der Erprobungsphase, hat bei Erfolg aber das potenzial die gesamte Branche zu revolutionieren.  

Literatur und Referenzen

1. 1stQ, Techprotect, Screening des CO2-Fußabdrucks (Carbon Footprint) für medizinische Einmalinstrumente (SUI), Fraunhofer Institut für Bauphysik IBP, Ökobilanzierung nach ISO 14040 und 14044. Data on file. 2. Attard, A., Tawy, G. F., Simons, M., Riches, P., Rowe, P., & Biant, L. C. (2019). Health costs and efficiencies of patient-specific and single-use instrumentation in total knee arthroplasty: a randomised controlled trial. BMJ Open Quality, 8(2), e000493.https://bmjopenquality.bmj.com/content/8/2/e000493. Mit Single-Use-Instrumenten zu mehr Nachhaltigkeit. Abgerufen von https://www.1stq.de/wp-content/uploads/2025/02/1stq_report_single_use_instrumente_nachhaltigkeit_de.pdf 4. Screening-Studie belegt Nachhaltigkeit von 1stQ-Einmalinstrumenten. Abgerufen von https://www.1stq.de/wp-content/uploads/2024/01/2020_Report-Screening-Studie-belegt-Nachhaltigkeit-von-1stQ-Einmalinstrumenten.pdf

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